Sonntag, November 26, 2006

3 Tage on the Road . Was heißt denn hier Niveau? (17.11.Ottrau, 18.11. Halle)

Auf so was freut man sich immer am allermeisten: 3 Tage konstant auf Tour. Mit an Bord unseres wunderschönen, geräumigen (gemieteten) Busses: John Lemon, Mr. Data, Chris der Berg, Merchandiserin Lena, meine Wenigkeit, Instrumente, Schlafsäcke, ein MP3-Player voll mit Punkrock und seltsamer Musik, gute Laune und natürlich Bier. Was kann da schief gehen?
Dann gibt’s natürlich noch einige wichtige Regeln für jede Tour, die länger ist als ein Tag:
1. Geh nie davon aus, dass du viel Schlaf bekommst!
2. Stell dich auf einen Party-Marathon ein -> Halte den Grundpromillepegel so konstant wie möglich3. Wirf jedes Moralgefühl und vor allem Niveaubewusstsein über BordDann kann’s auch schon losgehen:

Freitag – Ottrau / Hütte
Freitag – Ottrau / Hütte Wir trafen uns in Heilbronn und vergaßen erst mal Mr. Data vom Hauptbahnhof abzuholen. Als dieser dann auch an Bord war, konnte es losgehen.
Die Hinfahrt gestaltete sich mit dem Mitsingen von Sinnlossongs und dämlichen Gelaber äußerst witzig.
Dort angekommen, legte sich unser Mr. Data erst mal schlafen, da er durch eine Erkältung ziemlich lädiert war und seine Kräfte bis zum Auftritt etwas aufladen wollte. John, Chris, Lena und ich nutzen die Zeit derweil mit den netten Leuten zu reden, Fotos zu machen und so weiter.
Die Band Alarmzustand bat mich, als sie spielten, noch darum mit ihnen den Fahnenflucht-Song „Demokratie“ zu singen, was auch äußerst cool war.
Um 24 Uhr legten wir dann los. Was soll man sagen? Die Leute pogten und feierten was das Zeug hielt und so wurde der Gig wirklich schön. Ich ließ mich beim Spielen des Solos bei „Fragement“ zu der größten Poserei meiner Musiklaufbahn hinreißen (was nicht heißen soll, dass ich das nicht noch toppen werde!) und auch sonst waren wieder viele witzige Showeinlagen dabei.Nach dem Konzert gab es noch richtig derb Party! Einige Leute hatten sich mit uns in die Hütte verzogen und mir wurde schon den ganzen Abend von einem netten Menschen angekündigt, dass ich später unbedingt noch mit ihm Apfelkorn saufen müsse – was ich dann auch zur Genüge tat, was wiederum zu erheblich guter Laune meinerseits führte. Auch die anderen (außer Mr. Data, der sich schon wieder in den Bus verzogen hatte) frönten dem feuchtfröhlichen Vergnügen und wir führten ein paar ziemlich witzige Gespräche mit saucoolen Fans.
Um 3 Uhr gings dann zu unserer Unterkunft. Wir pennten bei Bandmitgliedern der Peatux (die an diesem Abend auch gespielt hatten) und erlebten mal wieder eine unglaubliche Gastfreundschaft: Das ging mit Nudeln nachts los und endete bei frischen Brötchen mit Kaffee man nächsten Morgen. Vielen Dank!

Samstag – Halle / VL
Auf nach Halle hieß es um 11 Uhr morgens. Mal wieder gen Osten. Da kam Freude auf. Erstens, weil uns der Osten noch mit cooler Mentalität und wilder Pogostimmung in Erinnerung war und zweitens, weil Halle mein Geburtsort ist und ich mich dort auch mit einigen meiner alten Freunde traf.
Um 12 Uhr war’s dann auch erst mal Zeit für das erste Bier des Tages und so blieb die Laune auf hohem Level.
Als wir Halle um 15 Uhr erreichten, gingen wir erst mal lecker chinesisch Essen und machten anschließend einen Stadtbummel durch diverse Geschäfte und Mr. Data zur Apotheke, seiner Erkältung wegen. Wegen eben jener ließ er sich auch noch ins Krankenhaus zum Notdienst bringen, der ihm dann eine Bronchitis bescheinigte (Jänz: „Falls du vorhast heute Abend deswegen nicht zu spielen bring mir n Attest mit!“).
Nach einem Treffen mit meinen Leuten ging’s dann auch schon ab ins VL. Dort aßen und plauderten wir mit den Jungs von der Vorband Gaskrank.
Vor dem Backstageraum warteten Fans, die Fotos mit uns machen wollten und sich ihre CDs signieren ließen. Diese luden wir dann erst mal aufn Bier in den Backstageraum ein.
Um 23 Uhr ging’s für uns los. Die Stimmung war grandios und die Leute feierten übel mit. Selbst nach der dritten Zugabe wollte man uns nicht gehen lassen und so spielten wir weiter und weiter bis auch die letzten Kräfte flöten gingen.
Danach ruhten wir uns erst mal eine Weile aus. Dann ging Mr. Data in den Bus schlafen, Lena legte sich im Backstageraum pennen und Chris, John und ich begannen übel zu feiern: Wir waren nach zwei witzigen Tagen, Party, zwei grandiosen Konzerten und dem Genuss diverser Getränke total euphorisiert und kamen aus dem Lachen nicht mehr heraus. Anschließend saßen wir dann an der Bar und tranken noch mit einem Labelkollegen von den Klabusterbären, der gekommen war um uns live zu sehen. Als dann morgens um 4 Uhr nach und nach alle Leute gingen, machten wir noch im Backstage weiter – das sind dann aber eher Anekdoten, die in unserem Privatvermächtnis (und teilweise in der Video-BROTcast-Sendung) bleiben werden...Um 6 Uhr morgens schliefen wir dann ein.

Am nächsten Morgen ging’s dann vor der Heimfahrt auch für unseren Chris noch mal zum Arzt, weil er sich ne ordentliche Angina eingefangen hatte und ich selbst war auch schon krank.
Erschöpft, aber vollkommen zufrieden ein wahnsinnig tolles Wochenende verlebt zu haben, fuhr unser kleiner Bazillen-Schleuder-Bus gen Süden...
Jänz Jensen