Esslingen / Komma (30.03.) - Die Band hinter dem Pogo
[Irgendwo hier versteckt sich eine Band - aber wo?!]
Lange hatten wir uns darauf gefreut – Esslingen war uns von einem Highlight Konzi für das AJ-E Benefiz in überaus guter Erinnerung geblieben, und wir hatten ’ne super Spielzeit auf einem klasse Festival. Es hätte so schön werden können … unterm Strich bleibt uns dieses Konzert aber leider als das in Erinnerung, was uns in all den Jahren am wenigsten Spaß gemacht hat – aber die Geschichte von vorn:Um 16:30 Uhr kamen wir in Esslingen an und luden den Bus aus. Die Zeit bis zum Gig verbrachten wir teils bei Bekannten, die wegen uns angereist waren, teils im Backstageraum, wo es vor allem mit den Jungs von den Roten Ratten (HBW) sehr witzig war.
Bereits beim Soundcheck stand der Zuschauerraum vor der Mainstage voll, und als wir loslegten war die Stimmung, genau wie beim letzten Mal, sofort ganz weit oben. Pogo, das Publikum sang aus voller Kehle mit – alles super also. Ab dem zweiten Song „Fazit eines Verlierers“ machten aber einige wenige Leute aus dem Publikum alles zunichte!
Wir sind nun wirklich nicht die Band, die was dagegen hat, wenn man auf den Bühnenrand klettert, dort ein
wenig tanzt, um sich anschließend ins Publikum zu werfen. Auch haben wir kein Problem damit, wenn die ganzen textsicheren Fans einige Zeilen der Songs mitgrölen – ich selbst halte ja auch immer das Mikrophon in die Menge.Wenn allerdings Leute der Meinung sind DAS KOMPLETTE KONZERT auf der Bühne zu verbringen, wird das Ganze unangenehm. Ungefähr 6 - 8 Leute pogten zwischen uns, verfingen sich regelmäßig in meinem Gitarrenkabel, sodass dieses aus dem Verstärker riss und ich also regelmäßig weg war. Oder man meinte, sich an die Gitarristen hängen und mit ihnen tanzen zu müssen (da noch Gitarre zu spielen – unmöglich!). Um dem die Krone aufzusetzen, drängte man uns auch noch von den Mikros und sang die Songs kurzerhand selbst – und zwar schlecht. So sah das Publikum einer pogendenen Menge zu, hinter der irgendwo eine Band instrumentale Versionen ihrer Songs zum Besten gab – unsere Show konnten wir bei dem Platzmangel ohnehin nicht durchziehen. Unsere zahlreichen Versuche, die Leute dazu nett zu bewegen doch die Bühne mal wieder zu
räumen und uns auch mal singen zu lassen, schlugen auf Granit, und die Sicherheitsleute hielten sich wohl nicht für zuständig! Folge: Entnervte Blicke der Band und im Publikum.Ich weis, dass es sich bei diesen Leuten auch nur um Fans handelte, die unsere Texte kannten und sich keiner gedacht hat „Jetzt versau ich mal das Konzert“ – versaut wurde es aber und ich habe ehrlich gesagt kein Verständnis für derartigen Egoismus, so dass man über 300 Leuten das Konzert versaut und somit auch Leute ins Knie fickt, die z. B. vier Stunden mit dem Zug angereist waren, um vielleicht auch mal die Band so live zu erleben, wie sie eben live ist!
So wurde das Konzert trotz der grandiosen Laune des restlichen Publikums und tollen Aktionen, wie dass ich bei „Ich werd jetzt Polizist“ auf Händen durch den Raum gereicht wurde, nicht so spaßig für uns wie sonst und auch unseren letzten Song „Mein letztes Lied“ mussten wir abbrechen, weil eben jene Leute wieder da waren
und als krönenden Abschluss in meine Gitarre und den Verstärker fielen – dafür, dass wir als Band auf den Kosten des kaputten Equipements sitzen bleiben, ist wohl auch kein Bewusstsein da!Weil man uns auch nach dem letzten Song nicht gehen lassen wollte und der gesamte Saal übermäßig laut nach einer Zugabe forderte, brachten wir trotzdem noch eine. Immerhin konnte der ganze Rest nichts für die Launen Einiger!
Danke an den Rest, von denen wir auch in Massen hörten, dass man sich über solche Leute ärgerte und auch lieber ein ordentliches Konzert gesehen hätte – ihr wart wie immer klasse und wir werden wieder kommen!
Nach dem Gig saßen wir erstmal entSPRechend gut gelaunt über einen verpatzten Gig, der von der Stimmung des klasse Publikums ein echtes Highlight gewesen wäre, zusammen. Diese schlug dann aber aufgrund der witzigen Menschen im Backstage und gesteigerten Alkoholgenusses wieder um und wir machten uns noch einen netten restlichen Abend, bei dem ich auch noch sehr lange Fachsimpeleien mit sehr netten Labelkollegen führte!
StaatsPunkrott
Labels: Konzertbericht

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