Montag, April 02, 2007

SCHLACHTRUFE BRD TOUR (17.03.07 - Berlin, SO36 / 23.03.07 - Chemnitz, AJZ)

Erst einmal Asche über mein Haupt, dass dieser Eintrag so lange auf sich warten ließ – aber wie ihr seht, war ich nicht untätig, sondern hab’ euch ganz alleine einen BROTcast zusammengeschnipselt, den ihr HIER (Teil 1) und HIER (Teil 2) sehen könnt. Nun aber zur Quintessenz:
Als ich damals mit 12 den Punkrock für mich entdeckte, saß ich vor meiner Anlage und hörte stundenlang die Schlachtrufe BRD Sampler, damals DIE Punkrock CDs schlechthin für mich. Songs wie „Kriegswerkzeuge“ von Zaunpfahl oder „Willkommen in Deutschland“ von Fahnenflucht liefen rauf und runter – das war meine Welt! Hätte mir damals jemand gesagt, ich würde später selbst mal mit einer Band Punkrock machen, hätte ich ihn ausgelacht. Hätte er mir dazu noch erzählt, ich würde mit eben jener Band eine Schlachtrufe BRD Tour mitspielen mit diesen Bands, die damals meine großen Helden waren, auf der Bühne stehen, hätte ich ihn für verrückt erklärt und seine Einweisung in die Geschlossene beantragt …
Aber so läuft es manchmal im Leben – aus einem kleinen dummen Kind wird ein großes dummes Kind und ehe es sich versieht, sitzt es im Bus von =SPR= und fährt durch das Land, um auf der Schlachtrufe Tour zu spielen.

17.03.07 – Berlin / SO36

Die sieben Stunden Fahrt verging wie im Flug, da wir dauerhaft was zu lachen hatten und ich mich nach meiner Fahrschicht mit Chris der Berg und John Lemon dem Biergenuss hingab. Nach dem Mittagessen erkundeten wir noch einen der größten Sexshops Deutschlands, wurden aber nicht so recht findig auf der Suche nach witzigen Dingen, die wir irgendwie in die Show einbauen können – alles war so unglaublich teuer. Wer zur Hölle zahlt denn 60 € für eine DVD?! Unglaublich!
In Berlin angekommen, suchten wir, wie sollte es anders sein, ewig nach dem Club und waren von dessen Größe durchaus beeindruckt! Hier hatten zudem schon Leute wie die ärzte, Misfits, Bad Religion, die Sex Pistols usw. gespielt. Die Plakatwand im Backstage las sich wie das Who is Who unserer Helden. Dass man dann selbst auf derselben Bühne steht, ist schon ein irres Gefühl. Bereits 19:00 Uhr waren wir dran. Hammer Sound, hammer Lichtshow (Liiichtshooowww!) und ein sehr nettes Publikum, das uns wirklich super aufnahm. Die halbe Stunde war viel zu schnell vorbei …
Danach heimsten wir erstmal viele Komplimente ein. Fahnenflucht hatten sich mit SPR Shirts und unserer kompletten Diskografie am Merch eingedeckt, Zaunpfahl meinten wir waren der coolste Support und auch die anderen ließen durchaus schöne Sachen verlauten. Von solchen Bands auch noch derart gelobt zu werden schmeichelte uns schon sehr!
Vor allem Chris und ich sahen uns noch die Shows der meisten anderen Bands an und der Rest machte oben Party. Ich erwischte Mr. Data und John Lemon dabei wie sie dem kopfschüttelnden Zaunpfahlsänger Theorien des Fleischstrahls unterbreiteten. Anschließend verewigten wir uns noch künstlerisch im Club und ließen den Abend ausklingen.
Wir erfuhren dann, dass wir auch noch in einem Hotel pennten – Wow! Das erste Mal seit Bandbestehen! Dieses war 800 Meter vom Club weg, wir brauchten trotzdem gute 1 ½ Stunden, um es zu finden, weil wir von einem Eck ins andere in Kreuzberg geschickt wurden. Warum gibt es da auch 3 Hotels mit demselben Namen?! Um 5 Uhr morgens pennten wir nach witzigen Aktionen im Hotel ein …
Die Rückfahrt war auch enorm witzig, da Chris der Berg und ich Mr. Data ständig gemeine Geschenke überreichten … wer das und den Rest von Berlin ausführlicher sehen möchte, kann sich den BROTcast spezial HIER (Teil 1) und HIER (Teil 2) angucken.

23.03.07 – Chemnitz / Talschock

Bereits eine Woche später wieder auf die netten Menschen zu treffen war natürlich deluxe! Leider waren Fahnenflucht, mit denen wir uns überaus gut verstanden hatten, nicht mehr am Start. Dafür aber SIK, welche auch zu guten Freunden von uns gehören.
Auch lernten wir vor dem Gig noch Kalte Krieger/Atemnot Sänger Einhorn kennen – ein überaus sympathischer Mensch.
Der Gig in Chemnitz toppte Berlin noch: Die Stimmung war grandios. Die Leute drehten, trotz der frühen Spielzeit, total durch und füllten die Pausen zwischen den Songs mit „StaatsPunkrott – StaatsPunkrott“ SPRechchören. Absolut klasse und wieder viel zu schnell vorbei!
Anschließend hieß es wieder feiern und Spaß haben! Ich unterhielt mich sehr lange und „wichtig“ (wie es Mr. Data meinte) mit Nix Gut Chef Jürgen, während Mr. Data und John Lemon so ziemlich jeden mit einer neuen Weltanschauung auf den Geist gingen. (Auszug gefällig? Es handelte sich darum ein Kind purer Vernunft durch Diskussionen und das Trinken von Wasser zu zeugen, welches dann von der Wolke purer Vernunft auf die Fleischmenschen herabsieht, die mit Pickeln pure Scheiße abbauen, um sie über den Rand der Welt zu werfen! Deshalb ermahnten sie jeden „Sei doch vernünftig!“ – dass das nach vier Stunden irgendwann nervt, könnt ihr euch wahrscheinlich vorstellen – redet doch mal mit ihnen drüber). Ich zog es dann vor mit Chris, seinem Bruder Alex und dem Wärters Schlechte Bassist „unvernünftig“ zu sein.
Der Abend endete wieder spät und der Morgen begann früh.

Alles in allem war die Schlachtrufe BRD Tour mal wieder eine witzige Angelegenheit, bei der wir sehr nette neue Leute kennen lernten und das coolste ist, dass ich bereits jetzt weis, dass wir mit einigen der anderen Bands dieses Jahr noch etwas öfter unterwegs sein werden. Haltet die Augen offen …
Jänz Jensen

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