Mittwoch, Februar 13, 2008

Dezember 2007: Punk im Pott - Oberhausen, Nikolaus Raus Tour - Berlin, X-Mas Pogo - Stuttgart, LKA uvm.

[Punk im Pott, Vor so einer Menge zu rocken ist schon sehr imposant]

Einige wollten mal wieder einen guten alten Bloqeintrag lesen und zudem war der Dezember viel zu ereignisreich, um ihn einfach so unerwähnt zu lassen. Und schon geht’s los:

07.12.07 - Berlin, Tommy Haus (Nikolaus Raus Festival)

Zum zweiten Mal 2007 ging es nach Berlin. Dieses Mal zum Nikolaus Raus Festival, was für uns gleichzeitig unser 100. Konzert war. Das Konzert an sich war eher untermäßig besucht, aber den Leuten, die da waren, gefiel es. Nach einer kleinen Stärkung im Backstage und von uns abgefülltem Bier in Plastikflaschen (wie armselig hehe) ging es gemeinsam mit unseren Kumpels von Radio Havanna (die zu unserem Gig gekommen waren) und einem Street Teamer in die Stadt, wo wir letzten Endes im guten alten “Trinkteufel” landeten und selbiges taten. Die “Radio Havanna vs. StaatsPunkrott Kicker-Schlacht” konnten wir dann auch für uns entscheiden!
Irgendwann in der Nacht ging es dann noch zum Späti zwecks Biernachschub und dann in die Radio Havanna-WG, wo wir die Nacht über blieben. Auch hier wurde es noch sehr spät, da wir bis in die Morgenstunden am Küchentisch saßen, tranken, Kekse aßen, uns Fichtes Karaoke-Hardcore-mit-Zeitung-als-Mikro-Performances ansahen und Mr. Data und John Lemon dem guten Anfy
Schwäbisch beibrachten. Ein wunderbarer Abend, und an dieser Stelle (mal wieder) ein dickes Dankeschön an unsere Lieblings-Berliner-Punkband!

08.12.07 - Neuruppin, Mittendrin

Nach einem saucoolen und anekdotenreichen Frühstück gingen wir in die Stadt auf den Alexanderplatz, sahen uns den Weihnachtsmarkt an und John Lemon den Infostand einer sehr fortschrittlichen Sekte.
Gegen Abend kamen wir im Mittendrin an - superkleiner Club, superkleine Bühne, supernette Leute.
Nach der Ankunft entdeckte John Lemon ein Klavier. Weisgott weshalb, aber aus irgend einem Grund hatte er vor kurzem beschlossen sich das Klavierspielen beizubringen und so saß der Meister in einem dunklen Raum und untermalte unsere Ankunft mit diversen Klavierstücken - wir drei staunten auf jeden Fall nicht schlecht, was er da so runterzockte!
Beim Soundcheck stellten wir fest, dass sich niemand um eine Vorband gekümmert hatte. Gut, dass im selben Haus gerade eine Band probte - so schlich ich in deren Proberaum und konnte erfahren, dass unter ihnen auch StaatsPunkrott Fans waren und so wurde mein Angebot “Wenn ihr eh schon hier seid, habt ihr Bock uns heute Abend zu supporten?” mit Wohlwollen angenommen.
Als wir begannen, war der kleine Club gut voll und auch wenn das Publikum insgesamt kleiner war als üblich spielten wir eines der schönsten Konzerte des vergangenen Jahres. Die Leute nahmen jeden einzelnen Song super an, feierten auf alles und machten jeden Scheiß mit - selten habe ich ein dermaßen herzliches Publikum erlebt! Man wollte uns, als wir nach 1 ½ Stunden fertig waren, aber nicht aufhören lassen und nach jeder Zugabe kamen erneute Zugabe-Rufe mit eingebauten Counter, weshalb wir an diesem Abend 11 Zugaben spielten.
Wir ließen den Abend mit den supernetten Jungs von Rejected und den angenehmen Clubleuten ausklingen. Und während Chris der Berg und ich später im Schlafsaal die letzten Biervorräte vernichteten, spielten John Lemon und Mr. Data Familiengeschichten mit ihren Ohrstöpseln nach.

19.12.07 - Stuttgart / LKA (X-Mas-Pogo)

Darauf hatten wir uns mindestens so sehr wie auf Weihnachten gefreut - einmal im LKA zocken. Alle Mitglieder der Band hatten hier schon den Abschiedsgig von Wizo verfolgt und damals hätte ich mir nicht träumen lassen, dass wir selber mal auf dieser großen Bühne stehen würden!
Aber das X-Mas-Pogo machte es wahr. John Lemon und ich kamen erst relativ knapp an und nach Parkhaus waren wir auch schon dran. Der riesige Laden war tatsächlich gut voll und die Leute gingen ab - ein wunderbarer Gig!
Danach aßen wir erstmal gemeinsam mit ein paar Freunden von uns - saucool war natürlich, dass man von den Esstischen des Backstageraums einen Superausblick über den ganzen Club und die Bühne hatte und wir so DDP, Dritte Wahl und Normahl angucken konnten. Ich verbrachte viel Zeit mit Parkhaus, einen Teil der Band hatte ich nämlich 2006 in einem Rockschuppen in Lloret in Spanien kennen gelernt, was damals zu mehrabendlichen Sauftouren und einem entsprechend fröhlichen Wiedersehen führte.
Allgemein war der Stuttgart-Gig ein Abend der Wiedersehen: Wir freuten uns über ein Haufen Freunde von uns, die wir teils schon lang nicht mehr gesehen haben, waren extra aus der Heimat gekommen, um uns in diesem Laden zu sehen sowie die guten alten Nix-Gut-Menschen, mit denen ein Schwätzchen auch immer wieder schön ist!
Den Rest des Abends verbrachten wir also unten im Publikum mit vielen bekannten Leuten und bei entsprechend geiler Live-Musik dem Line-Up entsprechend.

21.12.07 - Nürnberg /Avalon Dust

Und schon wieder trafen wir auf Parkhaus. Wir beide waren von der Band Zielscheibe zu dem Gig in Nürnberg eingeladen wurden.
Nach einigen organisatorischen Debatten machten die Parkhaus Jungs den Anfang. Besonderes Schmankerl: Ihr Drummer hatte ihnen zwei Tage vor ihrem Gig abgesagt und so sprang Chris der Berg nach einer einmaligen Probe bei ihnen ein. Ich kann nur sagen, dass ich immer wieder den Hut ziehe wie unser Schlagzeugmonster nach einmaligen Proben da ein ganzes Konzert runterreißt. Die Band selbst war nicht minder erstaunt über ihren Aushilfsdrummer. Für Mr. Data, John und mich war es natürlich auch eine einmalige Gelegenheit Herrn Berg mal eine halbe Stunde frontal beim Trommeln zu bestaunen.
Dann gab es erstmal einen unschönen Zwischenfall: Der Sänger von Zielscheibe ließ sich beim Parkhaus-Gig auf Schultern tragen und stürzte sehr unglücklich auf die Seite. Nachdem er sich gar nicht mehr bewegen konnte, riefen wir den Krankenwagen, welcher ihn in die Ambulanz brachte. So konnten Zielscheibe an diesem Abend nicht spielen - wir hoffen wir können einen gemeinsamen Gig nachholen!
Unterdessen hatten die Arschpiraten (<- diesen Namen möchte ich in die Top 3 der saucoolsten Bandnamen der Welt genommen wissen!) begonnen ihr Set zu spielen. Als Letzte waren wir dann dran und spielten ein Konzert mit super Stimmung. Pogo, Mitgegröle, Party - alles wie man sich das wünscht. Dafür gab es dann auch Zugaben bis der Strom weg war.

26.12.07 - Oberhausen / Zentrum Altenberg (Sondaschule X-Mas-Show)

Im Dezember jagte ja sowieso ein “Da freuen wir uns besonders drauf”-Gig den nächsten, und so verhielt es sich auch mit den zwei letzten Shows für 2007: Unsere allerliebste Lieblings-Skakapelle Sondaschule lud zum Weihnachtskonzert und hatte uns bereits auf unserer gemeinsamen Tour dazu eingeladen. Im Zentrum Altenberg gab es ein herzliches Wiedersehen und nach dem Gig des saucoolen Liedermachers Boris Gott (<- auch der Name sollte in irgendeine Top 3) waren wir dran. Der Laden war brechend voll und das Publikum nahm uns super auf (Sondaschule Publikum eben). Auch ein paar StaatsPunkrott-Shirts sowie textsichere Leute konnten wir erspähen und so wurde der Gig ein saumäßig guter und spaßiger! Nachdem Sondaschule alles in Grund und Boden gerockt hatten, fuhren wir zu Bassist Fikü und ließen den Abend mit diversen Spirituosen ausklingen. Als wir dann spät in der Nacht ins Hotel aufbrachen, wollte unser Merchandiser Ernst noch dort beleiben und weiterfeiern - er hat wohl in dieser Nacht seine gute alte “Ich bin mit Sondaschule unterwegs und singe die Nacht über in eine Kloschüssel”-Tradition fortgeführt, während ich schlief wie ein Baby und John Lemon sich auf seine … sagen wir … spezielle Weise an Chris der Berg rächte, weil er wegen dessen Geschnarche nicht schlafen konnte - ich hoffe ich fange auf Tour nie an zu schnarchen!

27.12.07 - Oberhausen / Party-Off-Tag mit den Sondaschülern

Wenn man innerhalb von drei Tagen zwei Mal in demselben Ort spielt, ist es natürlich schwachsinnig zwischendrin Heim zu fahren. Also blieben wir in Oberhausen. Nach einem sehr gemütlichen und ausgiebigen Frühstück im Hotel fuhren wir in die Innenstadt und durchstöberten erstmal einschlägige DVD-Abteilungen nach seltsamen DVD-Titeln (was in letzter Zeit des Öfteren für diverse Running-Gags gut war). Danach ging es in einen Musikladen, da Herr Berg Sticks brauchte, und während sich dieser beraten ließ, spielte Herr Lemon wieder Klavier, während Mr. Data und meine Wenigkeit an einem Kontrabass rumzupften. Danach ging es wieder zu Fikü in dessen Wohnung wir bis zum Folgetag hausen durften (an dieser Stelle noch mal ein dickes Dankeschön an ihn und seine Freundin!). Bei Gitarrensessions, Youtube-Gucken und Spaßgetränken wurde es schnell Abend und diverse weitere Sondaschule-Mitglieder und deren Kumpels trafen ein. Wir tranken und spielten ein Spiel mit den Regeln: Du kriegst ne Gitarre in die Hand, die Gruppe sagt dir ein Thema und dann singst du da spontan ein Lied, und wir alle staunten sehr über Sondaschule-Sänger Tim. Was sich dieser Mann spontan für Songtexte und Reime aus der Luft greifen kann ist echt phänomenal, ich werde ihn in Zukunft als Ghostrider bezahlen! Irgendwann nachts um 12 zog die gut angeheiterte Sondaschule-Truppe mit Chris der Berg, Ernst und mir in Richtung Turbinenhalle, wo es uns nach einigen weiteren Trinkrunden auf die Tanzfläche des Rock-Bereichs zum Feiern zog. Chris der Berg, der sich irgendwann (mit Sicherheit nur) aufgrund des rutschigen Fußbodens beim Mitschreien von Rage against the Machine auf den Bauch legte und dabei alle umstehenden Stylo-Rocker (ich nenn das jetzt einfach mal so) mit Bier taufte, bildete dabei nur ein Highlight eines grandiosen Party Abends. Mr. Data und John Lemon hatten derweil wohl ebenfalls einen erbaulichen Abend, der irgendwas mit einer Weinflasche, Tanzen in einem Bandbus auf einem Aldiparkplatz, Decken aus Jacken und Tankstellen zu tun hatte. Baut euch hier einfach eure eigene Geschichte ;-) 28.12.07 - Oberhausen / Punk im Pott Nach sehr wenig Schlaf trotteten wir zum Bus und fuhren zur Turbinenhalle. Da war er nun: Der Jahresabschluss auf Deutschlands größtem Indoor-Festival! Der Vorplatz der imposant riesigen Halle war schon fest im Griff der Irofraktion. Wir aßen erstmal Frittagbrot (so nennt man es, wenn man Mittag isst ohne gefrühstückt zu haben - wahlweise auch Mühstück) und sahen der ersten Band zu. Als wir die Bühne betraten war es bereits wieder rappelvoll. Es war schon sehr eindrucksvoll diese große Menge dermaßen auf unsere Songs abgehen zu sehen - Prädikat: Einer der ultimativ geilsten Gigs und ein würdiger Abschluss für das grandiose Konzertjahr 2007! Backstage gab es im Anschluss großes Familientreffen: Lieblings-Hamburger Flo (seines Zeichens Mitorganisator des StaatsPunkrott-Chaos) war extra früher gekommen, um uns noch abzufangen. Auch nett war es (wie immer) mit den Fahnenflucht Jungs - natürlich nicht ohne das StaatsPunkrott-Fahnenflucht-Harry-Potter-Ritual (na? Wer hat den Taugenix gelesen?) und den Montreal Jungs. Allgemein war es einfach geil, dass so viele coole Bands in diesem riesigen Backstagebereich durcheinander wuselten. Gegen 7 brachen wir auf und Mr. Data und John Lemon forcierten abermals einen Bus voller Menschen, die verdammt geile Tage hinter sich hatten in das verschneite Hohenloher Land.
Jänz Jensen

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