Dienstag, März 10, 2009

From the Eastside to the Northside ...

„Mit Nochelsberch fahrn wir zur WM“ schallt es aus dem Bus, John Lemon putzt die Decke des selbigen mit einem Besen, Mr. Data behauptet in gebrochenem englisch er sei aus Schweden, Seimän hat sich mittels Ohrstöpsel schon lang von dem Treiben verabschiedet und ich hänge irgendwo an einer Fensterscheibe. Das Ganze wird akustisch untermalt von Korean Freestyle (wer es nicht kennt: ein 60minütiger gleichbleibender Beat auf dem jemand „Dadadumdidldabheideldidldei“ singt). Es ist mal wieder so weit: StaatsPunkrott ist auf Tour und alle haben den Verstand verloren!

Aber im Ernst: Gerade dieses Jahr steht wieder so viel ins Haus, dass wir uns vorgenommen haben, unseren Blog wieder etwas zu pflegen – also los geht’s:

Dieses Wochenende ging es zunächst nach Leipzig, das Eröffnungskonzert des Orgasmatron stand mit StaatsPunkrott auf dem Programm. Der Laden war für uns doch etwas schwer zu finden, jedoch waren wir umso überraschter als wir hinein kamen. Von außen eher unscheinbar entpuppte sich er sich von innen als sehr große und schöne Location. Als besonderes Schmankarl fand dieses Konzert mit freiem Eintritt statt und so war der Laden wirklich gut gefüllt. Als Support hatten wir die netten Jungs von den BlumentoPferden, mit denen wir erst einmal lecker zu Abend aßen.

Nach 12 starteten wir mit riesiger Stimmung vom ersten Song an. Auch die Wall of Death zu „Tapete“ sah, trotz Mr. Datas fragwürdiger Erklärung, sehr gut aus. Das Leipziger Publikum bescherte uns wirklich einen wunderbaren Abend, vielen Dank an alle!

Nach dem letzten Takt schallte Bony M. aus der Anlage und sämtliche Punker tanzten einfach weiter, ein Bild für die Götter. Wir redeten noch mit den netten Leuten vor Ort bevor wir unsere sieben Sachen packten und gen Schlafgelegenheit zogen. Da ich auf Antibiotika war durfte ich den Bus voller alkoholisierter Menschen in einen Leipziger Stadtteil bucksieren. Dort fanden wir bei der Frau des Veranstalters Obdach. Ich schlief mit John Lemon im Wohnzimmer und nach nächtlichen Unterhaltungen fanden wir dann doch etwas Schlaf.

Nachdem wir am Morgen mit super Frühstück gestärkt wurden und nochmal mit Veranstalter Sven am Tresen gelabert und seltsame Musik gehört hatten zog es uns in die Leipziger Innenstadt, da wir endlos viel Zeit hatten bis wir unseren Weg gen hohen Norden antreten mussten. So wurde etwas geshoppt: Während Mr. Data und ich uns zu den Super-Rock'n'Roll-Hosen-Ketten-Freunden ausbauten, suchten andere nach Substanzen um zu riechen wie eine Leiche (der Rest zieht weiterhin den Geruch von stinkenden Tourleuten vor) und ich besorgte mir ein neue Kazoo für die abendliche Show. Das war dann auch schon die komplette Ausbeute unserer 3stündigen Tour – aber immerhin haben wir so etwas vom schönen Leipzig gesehen.

Die Fahrt nach Karstätt, was übrigens fast der genaue Mittelpunkt zwischen Hamburg und Berlin ist, ging dann in zu Anfang beschriebener Weise sehr schnell rum, wenn auch etwas nervig, da wir gute 150 km Landstraße fahren mussten, weil schlichtweg keine Autobahn in der Nähe ist. Das „Kaff“ stellte sich dann als superschicker Laden heraus. Vor uns spielten an diesem Abend vier Bands, was für uns vor allem viel Zeit vor dem Auftritt bedeutete. Aber einige alte Bekannte aus dem Bandforum/Street Team hatten ihren Weg nach Karstätt gefunden und gemeinsam mit Getränken von der Bar ließ sich diese ganz gut überbrücken. Es war mittlerweile wieder 1 Uhr bis wir anfingen, der Publikumsraum aber trotzdem mit vielen Punkrockern voll. Und auch wenn die Angewohnheit zu Applaudieren in Karstätt wohl nicht gerade das Trendigste auf Konzerten darstellt, versteht man doch zu feiern, pogen und skafeiern (← falls es dieses Wort gibt … ), so wurde auch dieser Auftritt ein sehr passabler!

Unsere Übernachtungsgelegenheit war dieses Mal auf einem Bauernhof in einem superschönen Haus mit richtigen Betten und sogar einer Dusche, was für uns schon echt Luxus ist und uns somit sehr gefreut hat. Auch wenn Merchandiser Rapha das ganze warme Wasser weggeduscht hat und somit der Rest sehr kalt duschen musste, was zu sehr interessanten Verkleinerungsthesen bei Mr. Data führte.

Als wir am nächsten Morgen von den Gänsen geweckt wurden waren wir bereit, einmal komplett durch Deutschland nach Hause zu fahren ...

Jänz Jensen

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